Katholische Pfarrgemeinde St. Maria Kappelwindeck

 
 
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Kirche des Monats

Unsere Pfarrkirche „St. Maria“ wurde zur „Kirche des Monats Juni 2011“ auf der Homepage der Erzdiözese Freiburg erklärt. Dort wird die Barockkirche, eine der schönsten im Mittelbadischen Raum, vorgestellt. Wer auf der Bistumshomepage, unter www.erzbistum-freiburg.de, unter der Rubrik „Kultur“ auf „Kirche des Monats“ klickt findet dort einen Text von Diplom-Theologin Daniela Weißmann und Bilder von Clemens Schneider. Bereits seit dem Jahr 2004 ist auf der Bistumshomepage monatlich eine „Kirche des Monats“ zu finden, die besonders präsentiert wird. Nach Ablauf des betreffenden Monats wandert der Bericht dann in das „Archiv der Kirchen des Monats“, das sich mittlerweile zu einem stattlichen Nachschlagewerk entwickelt hat und zahlreiche Kirchen der weiten Erzdiözese beinhaltet, auch aus der näheren Umgebung.

Damit das Bild- und Textmaterial für unsere Pfarrgemeinde erhalten bleibt, wurde es hierher übernommen.

   

St. Maria, Bühl-Kappelwindeck

Dörfliche Idylle strahlt er aus, der Ortskern von Kappelwindeck, das -wie der Name bezeugt-unterhalb der alten Burg Windeck liegt.
Geprägt und umgeben ist dieser schöne Ort von Reben und vor allem von der berühmten Bühler Frühzwetschge, stand hier doch auch der erste Baum dieser berühmten Sorte.

In der Schwarzwald-Vorbergzone gelegen, hat sich Kappelwindeck nicht nur liebenswerten Charme erhalten, sondern besitzt auch zweifelsohne eine wunderschöne Barockkirche, die Pfarrkirche St. Maria. Man kann nicht einfach an ihr vorbei laufen oder fahren, so, wie sie da steht, mit der berühmten Linde auf dem Kirchplatz (am 1. April 1737 gepflanzt) und dem Kirchhof, der samt Nepomuk-Kapelle eine wahrliche Oase bildet.

Geht man geradewegs über den Kirchplatz auf St. Maria zu und erklimmt die Stufen zum Hauptportal, so kommt die alte Vorstellung zum Klingen: zum Himmel geht es hinauf, und Barockkirchen öffnen einen Blick in den Himmel.

 

Schauen wir zunächst auf die reich verzierte Fassade: Über dem Hauptportal steht die Immaculata, die unbefleckt empfangene Jungfrau Maria, rechts Bischof Erhard, der auf die einstige Zugehörigkeit zum Bistum Straßburg weist, links Papst Silvester.

Oben auf den Turmecken vier Engel mit den Attributen der vier abendländischen Kirchenlehrer Gregor, Hieronymus, Augustinus und Ambrosius. Der Turm wird geprägt von einer großen Zwiebelhaube und einer kleinen „Zwiebel“ mit Turmkreuz.

   

Bevor wir nun dieses mittelbadische Schmuckstück betreten, einige Daten zur Geschichte der Kirche:

Geschichte der Kirche

Es gibt wohl Beweise, die in das 12. Jahrhundert zurück gehen, dass es an diesem Ort eine mittelalterliche Kirche gegeben hat. Ihr Aussehen ist jedoch unbekannt. Der barocke Kirchenbau entstand in den Jahren 1763 - 1766 unter dem berühmten markgräflichen Hofbaumeister Franz-Ignaz Krohmer.

Am 8. September 1765 erfolgte die Benediktion der Kirche, und es wurde der erste Gottesdienst gefeiert.

Von 1907 - 1919 wurde eine notwendig gewordene Erweiterung der Kirche durchgeführt.

Am 21. Mai 1912 weiht Erzbischof Dr. Thomas Nörber den Hochaltar auf den Titel Geburt Mariens, die zwei Seitenaltäre auf den Hl. Josef bzw. die 14 Nothelfer.

1986-1987 wurde eine Außenrenovation durchgeführt, 1991-1993 eine gelungene Innenrenovation unter dem heutigen Pfarrer G.R. Hermann Bechtold.

   

Im Innern der Kirche

Beim Betreten der Kirche werden wir eingefangen von ihrer Schönheit, ihrer Weite, einer feierlichen Würde, einer Stimmung, bei der man sich sofort heimisch fühlt.

Durch den Mittelgang nach vorne geleiten uns links und rechts: Die Hl. Monika, Hl. Elisabeth, Hl. Agnes, der Hl. Martin, Hl. Josef, Hl. Nikolaus von der Flüe.
Besonders erwähnen möchte ich die Hl. Monika, Mutter des Hl. Augustinus: Ihr Gesicht spiegelt ausdrucksvoll ihre lebenslange Sorge um ihren Sohn wieder.
Weiter auf unserem Weg begegnet uns links die reich verzierte Kanzel. Auf ihrem Schalldeckel hält ein Barockengel die Tafel der zehn Wegweisungen (Gebote) aus dem Alten (1.) Testament. Aufgeteilt in drei und sieben Gebote. Hier wird deutlich, wie Gott sich um die Menschen müht: Für ihn „genügen“ drei Gebote, ihm liegt der gute Umgang der Menschheit untereinander am Herzen, dafür gibt es dann mehr (sieben) Wegweisungen.
Unten an der Kanzel befindet sich ein großer Pinienzapfen. Möge sich hier das Wort Gottes so zahlreich und fruchtbar wie die Piniensamen verbreiten.
Auf der rechten Seite sehen wir das Taufbecken, auf dem Deckel die Taufe Jesu dargestellt.

 

Der Altarraum

Schon auf dem Weg zum Chorbereich fällt das schöne Chorgestühl auf; hier wird man immer wieder aufs Neue an das Stundengebet der Kirche erinnert.

Das vordere Deckenbild zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel, das hintere die Apostel, wie sie von einer Balustrade aus auf das offene Grab Mariens blicken.

Der geschnitzte neobarocke Hochaltar stammt von 1960/61 und wurde von Rudolf Preißler gestaltet. Dieser Hochaltar umfasst oberhalb des Tabernakels das Altarblatt von J. Koch aus dem Jahr 1789, die Geburt Mariens. Rechts und links davon stehen die Eltern von Maria, Joachim und Anna. Das wunderschöne Altarblatt lässt uns in eine liebevoll dargestellte Wochenstube schauen. Sie strahlt Ruhe aus - trotz der offensichtlichen Emsigkeit der Frauen, die bei der Niederkunft helfen. Auf die Mutter Anna und das Kind Maria lässt der Künstler einen hellen Lichtschein fallen.

Im Altarraum finden sich noch eine Reihe barocker Tafelbilder. Eines beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue: Die herzliche Begegnung von Maria und Elisabeth. Die eindeutig ältere Elisabeth ist wie Maria guter Hoffnung. Wir alle kennen diese bekannte schöne Bibelstelle. Dennoch denke ich manchmal: Was sich die beiden wohl sonst noch zu erzählen hatten?

 
 
 

Die Seitenaltäre

Gehen wir vom Hochaltar ein Stück zurück zum linken Seitenaltar: Er ist dem Hl. Josef geweiht und zeigt die Darstellung Jesu im Tempel. Im Oberbild sehen wir nochmals den Hl. Erhard, vertieft in (biblische?) Betrachtung. Auf der linken Seite die Statue des Papstes Silvester, auf der rechten den heiligen Nikolaus, unverkennbar mit den drei goldenen Kugeln auf dem Buch.

Der rechte Seitenaltar ist den 14 Nothelfern geweiht. Im Altarbild oben Maria mit Kind, rechts und links beginnt der Kreis der 14 Nothelfer. Dabei sind die Hl. Barbara (unten rechts), und die Hl. Katharina (unten links) im Verhältnis zu den übrigen Nothelfern herausgehoben, selbst die Hl. Margareta, die zu diesen Heiligen „3 Madln“ zählt, muss man fast ein wenig suchen.
Links und rechts vom Altarbild: Die Hl. Apollonia mit Zange und Zahn und die Hl. Odilia mit zwei Augen auf einem Buch. Unmissverständlich ist die eine für Zahn - die andere für Augenleiden „zuständig“.

 

Heilige sind Fürsprecher für uns bei Gott. Sie sind uns -oft durch ihr eigenes Leiden- menschlich nahe, und die Gläubigen vertrauen ihnen, dass sie sich bei Gott für die Anliegen einsetzen.

Im Oberbild ist an diesem Altar Maria Magdalena mit dem Salbgefäß.

Gehen wir im Mittelgang wieder zurück zum Hauptportal, dann fällt unser Blick unweigerlich auf die Empore mit der Orgel der Kirche (H. G. Klais 1963/66).
Wenn diese Orgel voll erklingt, die wunderschöne Kirche an Hochfesten aufs Hellste erglänzt, dann wird man getragen von einer inneren Feierlichkeit, die ein Stück Himmel erahnen lässt.

 

Schlussbemerkung

Eine solche Kirchenbeschreibung wie hier wird immer -nicht zuletzt der gebotenen Kürze wegen- Stückwerk bleiben.

Vielleicht macht sie aber gerade deswegen neugierig auf die schöne mittelbadische Barockkirche St. Maria in Bühl–Kappelwindeck.

Text: Daniela Weißmann
Fotos: Clemens Schneider

Quellen für geschichtliche Daten:
Brommer, Hermann, Kath. Pfarrkirche St. Maria, Bühl-Kappelwindeck 1993

 



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