Katholische Pfarrgemeinde St. Maria Kappelwindeck

 
 
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03.09.2017

„Magnifikat ein Protestsong gegen das Unrecht“

Messe in G zum Patrozinium der Pfarrei St. Maria/Zupfinstrumente begleiten Vokalisten

Bühl-Kappelwindeck (hes). Berührende Klangbilder durch Vokalisten, einfühlsam begleitet von Mandolinen- und Gitarrenspiel, eine motivierende Festpredigt sowie die Sakrament-Prozession mit „neuer“ Wegroute, prägten das Patrozinium „Mariä Geburt“ und Kirchweihfest, das die Pfarrgemeinde St. Maria, Kappelwindeck, am Sonntag feierte. Eine Premiere in Kappel war die Aufführung der Messe in G-Dur des zeitgenössischen Komponisten Herbert Brendt. Der Kirchenchor St. Maria mit Chorleiter Klemens Burkart sowie der Mandolinenverein Zell-Weierbach (35 Mitglieder) unter Leitung von Reiner Pohlmann, setzten in harmonischer Klangschönheit die musikalischen Akzente in der Ausgestaltung der Patroziniums-Festmesse mit Zelebrant Geistlichem Rat Hermann Bechtold und Organist Johannes Thäter. Für das musikalische Erlebnis dankte die Festgemeinde mit großem Applaus.

„In Freude und Dankbarkeit feiern wir heute Kirchweihfest und Patrozinium „Mariä Geburt“ mit besonderer musikalischen Note“, so die Eröffnungsworte von Zelebrant Pfarrer Hermann Bechtold nach dem feierlichen Einzug in die Barockkirche. Diese erstrahlte Dank floristischem Engagement von Sakristanin Antonietta Mancuso in kunstvoll arrangiertem Blumenschmuck.

In ausgezeichnetem Zusammenspiel von Chorstimmen und Zupfinstrumenten erklangen im Ordinarium zur lateinischen Festmesse das flehende „Kyrie“, jubilierend das „Gloria“ sowie in ruhig-fließender Artikulation das „Sanctus/Benedictus“ und „Agnus Dei“. Zum Ruf vor und nach dem Evangelium intonierte der Chor das machtvolle „Halleluja“ aus dem Freiburger Chorbuch mit Sopransolo von Ulrike Schindler.

Dynamik und Kraft seiner Gedanken, die das „Magnificat“ (nach Lukas 1,46-55), als das Jubellied und der Lobgesang Marias beinhalten, das verdeutlichte Pfarrer Bechtold in flammenden marianischen Impulsen seiner Festpredigt. Bechtold: „Das Magnificat ist das Praeludium zum Leben Jesu und schlägt uns vor: lasst Jesu auch bei euch ins Spiel kommen. Es ist gleichzeitig ein Protestsong, der uns auffordert: protestiert mit, dass Unbarmherzigkeit und Unrecht in dieser Welt nicht das letzte Wort haben. Das Magnificat ist zugleich Prgramm-Musik des christlichen Lebens, das auch heute einlädt, sich mit dem Lebensprogramm Jesu zu beschäftigen.“ Das mahnende, zugleich motivierenden Schlusswort des Geistlichen: „Was Maria in ihrem Jubellied und Lobgesang besingt, ist noch nicht da. Die Mächtigen machen sich immer noch breit auf ihren Thronen – leider auch in unserer Kirche – und die Hungrigen schreien immer noch nach Brot. Aber mit jeder und jedem einzelnen, mit allen, die sich von Marias Lied bewegen lassen, könnte unsere Welt eine Spur menschlicher werden.“

Pünktlich zur Sakrament-Prozession hatten sich die Kappelwindeck-Musikanten mit Dirigentin Katherine Flynn-Hartmann bei der Kaiserlinde eingefunden um mit ihren Prozessionsmärschen „Lätitia“, „St. Wendelin“, „St. Bernhardus“ und „Treu Kolping“ würdigen Marschrhythmus vorzugeben. In jugendlicher Spontanität entschieden sich Kreuz- und Fahnenträger an der Prozessionsspitze und entgegen jahrzehntelanger Tradition, die Prozessionsroute in umgekehrter Reihenfolge, also durch Kappelwindeck- und Scheffelstraße sowie Kastanienbühnweg zu absolvieren, was sich als vorteilhaft für die Musikanten erwies und beibehalten wird, wie Pfarrer Bechtold mitteilte.

In Musizierlaune intonierte die Chorgemeinschaft in der Barockkirche zum Ausklang sodann das Schubertschen „Tantum ergo in C“. Der Mandolinenverein beeindruckte mit der italienischen Weise „Tredici“ von Kok. Nach feierlichem Patroziniumssegen dankte Pfarrer Bechtold mit herzlichem „Vergelt´s Gott“ den Mitwirkenden für die berührende Gestaltung von Kirchweih- und Patroziniumsfest. Chorvorsitzender Adelbert Seifermann lud Mandolinenverein und Chor zum Stehempfang in den Gemeindesaal.

Bericht und Fotos: Hermann Seiler

 



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